Energiebezug, erneuerbare Energien und Senkung des Energieverbrauches bei der KWG

Laut Bundesregierung ist der Gebäudebereich für 14 % der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich, angestrebt wird eine Klimaneutralität des Bereiches bis 2050. Hierzu sollen klimaschädliche Emissionen bis 2050 um mindestens 80 % reduziert werden. Die bisherigen Erfahrungen belegen, dass ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen in den Gebäuden ohne finanzielle Unterstützung für Mieter zu deutlichen Mehrbelastungen und Verwerfungen führen werden. Die Wohnungswirtschaft will Treiber der CO2-Reduktion sein, aber hierzu benötigt sie klare und richtige Rahmenbedingungen und Verlässlichkeit.

Dem nationalen und globalen Klimaschutz verpflichtend sind die nachhaltige Bewirtschaftung von Wohnungen und die energetische Sanierung des Gebäudebestandes ein zentrales Thema der Kommunalen Wohnungsgesellschaft mbH Senftenberg (KWG). Mit einer Vielzahl an energieeffizienten Maßnahmen setzt die Gesellschaft hohe Ziele zum sparsamen Umgang mit Energie um. Von besonderer Bedeutung sind die Anlagentechnik und die Gebäudehülle mit Dämmung, Fenstern und Außentüren.

Roland Osiander, Geschäftsführer der KWG zum Thema Energiewende: „Bereits bei den derzeit laufenden und selbstverständlich auch bei den künftigen Baumaßnahmen achten wir besonders auf die Einhaltung der gesetzlich geforderten energetischen Parameter. Sämtliche Sanierungsmaßnahmen und -produkte wie Dämmstoffe und ihre Dicken erfüllen diese Parameter oder gehen bereits heute über sie hinaus. Auch für die Zukunft sind große Anstrengungen erforderlich, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Wir sind aber gut aufgestellt, diese Anforderungen zu meistern.“

Der Verbrauch unserer Objekte in Senftenberg hat sich im Zeitraum von 1994 bis 2020 auf 40,0 % des Ursprungswertes reduziert. Rund ein Viertel (24 %) der Energieeinsparung gehen auf energetische Sanierungsmaßnahmen zurück. Die verbleibenden 36 % entfallen auf die Verringerung des Wohnungsbestandes im Zuge des Stadtumbaus, z. B. in Senftenberg. Das geänderte Nutzerverhalten ist in den Verbrauchseinsparungen enthalten.

Die dafür erforderlichen Investitionen machen sich angesichts steigender Energiekosten relativ schnell bezahlt. Dies ist vor allem der Fall, wenn ohnehin notwendige Modernisierungsarbeiten mit Maßnahmen zur Energieeinsparung kombiniert werden. Um unsere Maßnahmen mit den anderen Akteuren, z. B. den Stadtwerken noch besser abzustimmen, arbeiteten wir unter anderem am Energiekonzept der Stadt Senftenberg mit.

Um den Klimaschutz in die Stadtentwicklung zu integrieren, hat z.B. die Stadt Senftenberg ihr kommunales Energiekonzept 2013 beschlossen. Darin wurde z. B. die Senkung des Energiebedarfes für Wärme um 15 % als Ziel auch mit unserer Hilfe bis 2030 definiert. Ausgehend von den bisher erzielten Energieeinsparungen der sanierten Gebäude für Heizung und Warmwasser und den geplanten Rückbauten und den Sanierungsvorhaben bis zum Jahr 2030 wird von uns folgender Energieverbrauch für die KWG-Bestände bis 2030 prognostiziert (Referenzjahr 2010).

90 % des Gebäudebestandes wird mit Fern- bzw. Nahwärme versorgt, deshalb konzentriert sich die Prognose auf diesen Energieträger. Für die Stromversorgung nehmen wir die Angaben der Stadtwerke Senftenberg für die KWG zur Hilfe an.

Einige Beispiele für energieeffiziente Maßnahmen

Am Gebäude:

  • Wärmedämmung von Außenwänden: Wärmedurchgangskoeffizient höchstens 0,25 W/(m²K) (bei Vollsanierung)
  • Wärmedämmung der obersten Geschossdecken zu nicht ausgebauten Dachräumen: Wärmedurchgangskoeffizient höchstens 0,30 W/(m²K)
  • Dämmung von Kellerdecken: Wärmedurchgangskoeffizient höchstens 0,30 W/(m²K)
  • Erneuerung der Fenster/Außentüren: Wärmedurchgangskoeffizient für das gesamte Fenster (Glas, Rahmen, Randverbund) höchstens 1,3 W/(m²K)

An der Anlagentechnik:

  • Einbau hocheffizienter und leistungsgeregelter Umwälzpumpen der Klasse A
  • Durchführung des hydraulischen Abgleichs der kompletten neuen Heizungsanlage, dadurch ein verbessertes Regelverhalten in der Heizungsanlage
  • Isolierung aller wärmeführenden Leitungen und Armaturen nach EnEV (in allen Gebäuden realisiert)
  • bedarfsgeregeltes Abluftsystem, Lüftungsanlage mit energieeffizienten Dachventilatoren bei Vollsanierung
  • Treppenhausbeleuchtung energetisch verbessert durch Treppenhauslichtautomat (selbstständige Ausschaltung nach Zeitablauf, Beleuchtung aufgeteilt in oberen und unteren Abschnitt)

In der Wohnung:

  • Neue Heizkörper mit neuen Thermostatventilen mit verbesserter Regelfunktion (bei Sanierung der Heizungsanlage)

Vor allem die Sanierungsmaßnahmen aber auch der Rückbau führten zu massiven Einsparungen beim Heiz-energieverbrauch. Die durchschnittliche Energieeffizienz der Bestandsgebäude liegt gemäß der Einteilung nach dem aktuell gültigen Gebäudeenergiegesetz (GEG) mit 98 kWh/(m²a) im Bereich der Energieeffizienzklasse C.

Die erfolgreiche Reduzierung des Energieverbrauchs am Standort Senftenberg ist bezeichnend für die umweltfreundlichen und energiesparenden Investitionen im gesamten Bestand der KWG.