KWG Senftenberg mbH

Fachgespräch mit Dr. Wolfgang Schönfelder, Leiter der Landesgeschäftsstelle Potsdam Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) mit der KWG Senftenberg

Die KWG ist auf dem richtigen Weg bei der Energieeinsparung. Die CO-2-Reduzierung und Energieeinsparung ist bei der KWG vorbildlich und zukunftsweisend. Die BBU-Mitgliedsunternehmen und die KWG haben bereits 2010 erklärtes Ziel der Bundesrepublik deutlich unterschritten.

Foto BBU: von links Dr. Wolfgang Schönfelder, Leiter der Landesgeschäftsstelle Potsdam Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.; Roland Osiander, Geschäftsführer der KWG

Fragen an Herrn Dr. Schönfelder:

Wie schätzen Sie den Bestand der KWG in Senftenberg im Hinblick auf die energetische Sanierung ein?

Die Gesellschaften im Verbandgebiet des BBU haben ihre Hausaufgaben seit Jahren gemacht, die Kommunale Wohnungsgesellschaft mbH Senftenberg (KWG) gehört dazu. Die CO2-Emissionen für den Gesamtbestand der BBU-Mitgliedsunternehmen im Land Brandenburg wurden seit 1990 um etwa 73 Prozent gesenkt. Das erklärte Ziel der Bundesrepublik Deutschland (Reduzierung der CO2-Emissionen um 40 Prozent gegenüber 1990) haben die BBU-Mitgliedsunternehmen bereits 2010 deutlich unterschritten. Die privaten Haushalte und öffentlichen Gebäude haben hier noch erheblichen Nachholbedarf.

Was muss bei der Zusammenarbeit mit den Banken im Hinblick auf Sanierungen beachtet werden?

Wesentliche bauliche Veränderungen an zugunsten einer Bank verpfändeten Beleihungsobjekten sind regelmäßig mit den Geldgebern abzustimmen. Baulichen Veränderungen, die einer wirtschaftlichen Aufwertung dieser Objekte dienen, wird sich eine Bank nach unseren Erfahrungen grundsätzlich nicht verschließen. Eine entsprechende vorhergehende Abstimmung wegen der Sinnhaftigkeit und der wirtschaftlichen Auswirkungen sollte nicht umgangen werden. Hier ist eine gelebte Mitverantwortung der Gläubiger für das finanzierte Unternehmen in schwierigem Umfeld hilfreich.

Nicht zustimmen wird ein Kreditinstitut grundsätzlich baulichen Eingriffen, die die wirtschaftliche Ertragskraft des Objektes oder eine Verwertbarkeit als Darlehenssicherheit negativ beeinflussen. Gleiche Auffassung vertreten Banken oft auch in Hinblick auf zusätzliche Installationen von Anlagen oder Vorrichtungen, z. B. Funkmasten oder Erneuerbare-Energien-Anlagen, insbesondere, wenn sie von Dritten betrieben und/oder finanziert werden und diese zu einer Beeinträchtigung der zuvor benannten Kriterien führen.


Wo gibt es noch Probleme mit den Finanzinstitutionen?

Unattraktive Fassaden und Gebäude, in denen niemand wohnen will, übertriebene Glasflächen, viel zu teure Investitionen und zu hohe Betriebskosten (Versicherung, Reinigung) sind eher nicht akzeptabel für die Gläubigerbanken, die immer auch die Vermietbarkeit und die Erträge sehen. Ein Projekt, das im schwierigen Umfeld zum beschleunigten Leerzug führt, findet sicher keine Gläubigerzustimmung. Überhöhte Investitionen dürfen auch nicht zu Mietpreisexplosionen führen, die nicht durchsetzbar sind.

Was ist in unserer Region besonders zu beachten?

Der hohe Leerstand und der demografische Wandel sollte für die Bank übersehbar sein und vom Unternehmen mit einem nachvollziehbaren Konzept und organisatorisch im Griff behalten werden. Bei Energieeinsparungsinvestition muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben und die Wirtschaftlichkeit gegeben sein. Entscheidend sind die nachhaltige Ertragserzielung eines Gebäudes und nicht die aufgewendeten Kosten für einen Beleihungsansatz. Die Region sowie die wirtschaftlichen Akteure und damit auch die KWG müssen sich dem entsprechend anpassen.