KWG Senftenberg mbH

KWG und AWO einigen sich zur Grundstücksnutzung

Die Freifläche, einst vor vielen Jahren mit den Wohnhäusern der Wilhelm-Pieck-Straße 31 - 39 und der Bernhard-Kellermann-Straße 2 - 8 bebaut und dann im Jahr 2009 rückgebaut, dient bis dato im Rahmen einer Nutzungsvereinbarung zwischen der KWG mbH Senftenberg (KWG) und der Stadt Senftenberg dem AWO-Horthaus als zusätzliche Nutzfläche. Das Grundstück auf dem sich die Kindereinrichtung selbst befindet, gehört zum Eigentum der Stadt Senftenberg, die wiederum dieses an den Arbeiterwohlfahrt-Regionalverband Brandenburg Süd e.V. (AWO) zum Betreiben der Kindereinrichtung überließ.

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Neben dem Fachbereich „Kinder und Jugend“ ist die AWO noch in vielen anderen Sparten tätig, so auch im Bereich „Pflege und Wohnen“. Obwohl die Geburtenrate seit einigen Jahren erfreulicher Weise wieder ansteigt, ist trotz alledem der hohe Altersdurchschnitt unserer Bevölkerung weiterhin noch vorherrschend und unverkennbar. Das dieser Punkt unstrittig ist, erkannte auch die AWO und kaufte das Grundstück von der KWG, um darauf eine seniorenfreundliche Wohnanlage mit Sozialstation und Tagespflege zu errichten. Zweifler fragen sich jetzt bestimmt: „Eine Kindereinrichtung und eine Seniorenwohnanlagen unmittelbar nebeneinander, ob das gut geht?“.

Diese Frage beantwortet Roland Osiander, Geschäftsführer der KWG, mit einem „JA“ und sagt dazu: „Das natürliche Zusammenspiel von Mehrgenerationen ist kein Relikt aus alten Tagen sondern enorm wichtig und sowohl für die Kindertageseinrichtung als auch für die Seniorenwohnanlage von Vorteil. Menschen aus unterschiedlichen Generationen begegnen sich, verbringen Zeit miteinander und helfen einander. Damit liegt die AWO im Trend der Zukunft, weil dieses Projekt bereits in vielen Städten Liebhaber gefunden hat. Egal ob privat oder auf geschäftlicher Ebene, alle profitieren davon. Kinder lernen von den älteren Menschen bzw. geben Menschen in einer Einrichtung mehr Lebensfreude. Oftmals fällt es den älteren Menschen schwer ihre gewohnte Umgebung aufgrund des Alters bzw. Gesundheitszustands aufgeben zu müssen. Und erschwerend kommt dann manchmal noch hinzu, dass die Kinder mit den Enkelkindern arbeitsbedingt umziehen mussten und nicht ständig nach Hause fahren können. In einem solchen Fall ist eine Seniorenwohnanlage eine gute Lösung, auch in Hinsicht auf eine mögliche Vereinsamung. Außerdem steigern Kinder vor allem bei älteren Menschen bekanntlich deren Lebensenergie.“.

Herr Lehmann, Geschäftsführer der AWO stimmt Herrn Osiander zu und führt ergänzend hinzu: „Die Kombination aus einer Wohnform für ältere Menschen im direkten Kontext zu einer Kindertageseinrichtung schafft Synergien, die sowohl den Kindern, als auch den Senioren zu Gute kommt. Bei entsprechender Kommunikation und Koordination fühlt sich keine Seite durch die Andere gestört.

Wie diese Kombination aussehen kann und gelebt wird, zeigt unser AWO Wohnpark „Am Kirchplatz“ in Königs Wusterhausen, wo im Jahr 2015 bereits ein solches Projekt umgesetzt wurde. Hier partizipieren sowohl die Bewohnerinnen und Bewohner, als auch die Kinder voneinander. Der Gemeinschaftsraum im Wohnpark beispielsweise, wird nicht nur von der neu entstandenen Hausgemeinschaft für Aktivitäten, wie Kaffee- und Spielnachmittage, Feiern und Freizeitbeschäftigung genutzt, sondern derzeit auch 2x wöchentlich, um gemeinsam mit den Kitakindern zu Musizieren und Aquarellieren. Freude daran haben sowohl die jüngeren als auch älteren Beteiligten (unter 6/über 60).

Unsere Mieterinnen und Mieter sind glücklich, in ihren meist deutlich kleineren Wohnungen selbstbestimmt und gleichzeitig in Nachbarschaft mit Gleichgesinnten zu wohnen. Die neuen Nachbarn werden mitunter als Freunde hinzugewonnen. Themen, wie optimierte Grundrisse, ein täglicher Ansprechpartner vor Ort und bedarfsgerechte Aktivitäten sind selbstverständlich inkludiert. Die Nachfrage für diese Wohnungen ist so groß, dass es eine lange Warteliste gibt und wir den Bedarf hierfür gar nicht decken können.

Auf einen ähnlichen Bedarf hoffen wir in Senftenberg. Hier sollen voraussichtlich ab 2019 etwa 50 seniorenfreundliche Wohneinheiten entstehen, welche nach Kauf des Grundstückes in die Genehmigungsplanung gehen. Dieses Projekt soll quartiersübergreifend mit Hilfe einer Sozialstation Unterstützungsangebote in die Nachbarschaft tragen, um nicht nur direkte Bewohnerinnen und Bewohner profitieren zu lassen.“