KWG Senftenberg mbH

Energiewende: Energieeinsparpotenziale und Kostensenkung bei der KWG

Die Kommunale Wohnungsgesellschaft mbH Senftenberg (KWG) stellt sich den Anforderungen der Zukunft und widmet dem Thema Energieeinsparung im Gebäudebestand nicht erst seit der eingeleiteten Energiewende erhöhte Aufmerksamkeit. Vor dem Hintergrund der notwendigen Energieeinsparung und CO²-Minderung ist es daher unumgänglich, dieses Potenzial zu erschließen. Auch im Wohnungs- und Gebäudebestand unseres Unternehmens lassen sich mit der Verbesserung der wärmeschutz-und anlagentechnischen Standards energetische Einsparungen erreichen.

 

 

Grafik KWG: Energieverbrauch 2015

Nach aktuellen Plänen der Bundesregierung soll der Energiebedarf in Gebäuden bis 2020 um 20 % gesenkt werden, spätestens 2050 soll der gesamte Gebäudebestand in Deutschland klimaneutral sein. Doch wie lassen sich die ehrgeizigen energie- und klimapolitischen Ziele für die Wohnungswirtschaft wirtschaftlich darstellen? Was ist technologisch machbar und auch noch von der Miethöhe sozial verträglich?

„Wir müssen mehr über die Ziele sprechen, die wir erreichen wollen“, sagt Ingeborg Esser die Hauptgeschäftsführerin, des GdW Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. „Und dafür müsse man den gesamten Baukasten im Blick haben. Um Energie einzusparen und den CO²-Ausstoß zu reduzieren, sei ein ganzes Bündel von Maßnahmen erforderlich. Es geht nicht nur um die Gebäudehülle, sondern auch um die Optimierung bzw. Modernisierung der Anlagentechnik, Möglichkeiten zur Umstellung der Energieträger, den Einsatz erneuerbarer Energien bis hin zur Bilanzierung von Abriss und Neubau. Zudem müsse man auch das Nutzerverhalten in die Gesamtbetrachtung einbeziehen. Eine Steigerung der reinen Sanierungsquote auf 2 % p.a. ist aus verschiedenen Gründen derzeit nicht realistisch. Anreize und Hilfestellungen sind notwendig, wenn mehr energetische Modernisierungen sozialverträglich erfolgen sollen.“

Der Verbrauch unserer Objekte in Senftenberg hat sich im Zeitraum von 1994 bis 2015 auf 39,0 % des Ursprungswertes reduziert. Rund ein Drittel (29 %) der Energieeinsparung gehen auf energetische Sanierungsmaßnahmen zurück. Die verbleibenden 32 % entfallen auf die Verringerung des Wohnungsbestandes im Zuge des Stadtumbaus, z. B. in Senftenberg. Das geänderte Nutzerverhalten ist in den Verbrauchseinsparungen enthalten.

Die dafür erforderlichen Investitionen machen sich angesichts steigender Energiekosten relativ schnell bezahlt. Dies ist vor allem der Fall, wenn ohnehin notwendige Modernisierungsarbeiten mit Maßnahmen zur Energieeinsparung kombiniert werden. Um unsere Maßnahmen mit den anderen Akteuren, z. B. den Stadtwerken noch besser abzustimmen, arbeiten wir unter anderem am Energiekonzept der Stadt Senftenberg mit.

Ein Großteil unserer Baumaßnahmen beinhaltet energetische Sanierungen. Dazu gehört die Dämmung der Fassaden, der Sockel, der Keller- und Geschossdecken sowie der Rohrleitungen. Hochwertige Kunststoff-Fenster mit genormter Wärmeschutzverglasung werden nachgerüstet. Die technischen Anlagen bauen wir nach dem neusten Stand der Technik.

Einige Beispiele für energieeffiziente Maßnahmen

Am Gebäude:

Wärmedämmung von Außenwänden: Wärmedurchgangskoeffizient höchstens 0,24 W/(m²K). (bei Vollsanierung)
Wärmedämmung von oberste Geschossdecke zu nicht ausgebauten Dachräumen: Wärmedurchgangskoeffizient höchstens 0,30 W/(m²K).
Dämmung von Kellerdecken: Wärmedurchgangskoeffizient höchstens 0,30 W/(m²K)
Erneuerung der Fenster/Außentüren: Wärmedurchgangskoeffizient für das gesamte Fenster (Glas, Rahmen, Randverbund) höchstens 1,3 W/(m²K)

An der Anlagentechnik:

Einbau hocheffizienten und leistungsgeregelten Umwälzpumpen der Klasse A
Durchführung des hydraulischen Abgleichs der kompletten neuen Heizungsanlage, dadurch ein verbessertes Regelverhalten in der Heizungsanlage
Isolierung aller wärmeführenden Leitungen und Armaturen nach EnEV (bereits in allen Gebäuden realisiert)
bedarfsgeregeltes Abluftsystem, Lüftungsanlage mit energieeffizienten Dachventilatoren bei Vollsanierung
Treppenhausbeleuchtung energetisch verbessert durch Treppenhauslichtautomat (selbstständige Ausschaltung nach Zeitablauf, Beleuchtung aufgeteilt in oberen und unteren Abschnitt)

In der Wohnung:

Neue Heizkörper mit neuen Thermostatventilen mit verbesserter Regelfunktion (bei Sanierung der Heizungsanlage)

Roland Osiander, Geschäftsführer der KWG zum Thema Energiewende: „Es ist stets sehr verantwortungsbewusst zu prüfen, ob heute gern gesehene vorauseilende Groß-Energie-Pilotprojekte, die erhebliche wissenschaftliche, technische und finanzielle Kapazitäten erfordern, zum gewünschten Erfolg vor allem bei den wirtschaftlich Betroffenen führen.

Mir als verantwortlichem Geschäftsführer kommen erhebliche Zweifel, ob Großabenteuer weit über die EnEV hinaus, durch Kleinstädte und eine mittlere Wohnungsgesellschaft mit begrenzter Investitionskraft in einer Region mit stagnierendem Mietenmarkt zu stemmen sind. Die Region sowie die wirtschaftlichen Akteure sind viel zu verwundbar, als das sie ohne massive Rückendeckung ehrgeizige Großvisionen realisieren können.

Mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme der Solarthermieanlage der Stadtwerke auf der Fläche der rekultivierten Deponie Laugkfeld der Stadt wurde ein weiterer Baustein zur effizienten Fernwärmeversorgung umgesetzt. Eine Optimierung insbesondere zur Deckung des Warmwasserbedarfes aus dem Fernwärmenetz für die Mieter in den Sommermonaten konnte auf den Weg gebracht werden. Dabei stand nicht die Jagd nach Rekorden zur Errichtung der größten Anlage im Vordergrund, sondern solide technische und betriebswirtschaftliche Berechnungen, welche marktgerechte Erzeugerpreise gewährleisten.

Bereits bei den derzeit laufenden und selbstverständlich auch bei den künftigen Baumaßnahmen achten wir besonders auf die Einhaltung der gesetzlich geforderten energetischen Parameter. Sämtliche Sanierungsmaßnahmen und -produkte wie Dämmstoffe und ihre Dicken erfüllen diese Parameter oder gehen bereits heute über sie hinaus. Auch für die Zukunft sind große Anstrengungen erforderlich, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Wir sind aber gut aufgestellt, diese Anforderungen zu meistern.“